Was ist Fußpilz? Definition und Grundlagen

Medizinisch geprüft von:

Dr. med. Sarah Weber, Fachärztin für Dermatologie

Zuletzt aktualisiert: 5. April 2025

Fußpilz - medizinisch Tinea pedis - ist eine Pilzinfektion der Füße. Es ist die häufigste Pilzerkrankung beim Menschen. Etwa jeder Dritte erkrankt mindestens einmal im Leben daran.

Die medizinische Definition

Tinea pedis bezeichnet eine Infektion der Fußhaut durch Fadenpilze (Dermatophyten). Die Pilze befallen Hornschicht, Haare und Nägel. Sie ernähren sich von Keratin.

Der Begriff kommt aus dem Lateinischen: "Tinea" = Motte, Wurm (wegen des kriechenden Ausbreitungsmusters), "pedis" = des Fußes. Im Volksmund heißt die Erkrankung auch Athletenfuß.

Die Erreger: Wer verursacht Fußpilz?

Verantwortlich sind meist Dermatophyten - spezialisierte Fadenpilze:

  • Trichophyton rubrum (70-80% der Fälle) - Häufigster Erreger weltweit
  • Trichophyton mentagrophytes (15-20%) - Zweithäufigster Erreger
  • Epidermophyton floccosum (5-10%) - Seltenerer Erreger
  • Candida-Hefen (selten) - Vor allem bei Immunschwäche

Diese Pilze haben eine besondere Fähigkeit: Sie können Keratin verdauen. Deshalb befallen sie Horn haut, Nägel und Haare.

Wie verbreitet ist Fußpilz?

30-35%

der Erwachsenen erkranken mindestens einmal

3-15%

leiden aktuell an Fußpilz

↑7%

Häufigkeit steigt mit dem Alter

Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Das liegt oft an geschlossenen Schuhen und Sport.

Wo tritt Fußpilz auf?

Die Infektion kann verschiedene Bereiche des Fußes befallen:

  • Zehenzwischenräume (am häufigsten) - vor allem zwischen 4. und 5. Zeh
  • Fußsohlen - oft mit Hornhautverdickung
  • Fußkanten - seitliche Bereiche
  • Fußrücken (selten) - eher bei ausgedehnten Infektionen
  • Nägel (Komplikation) - aus Fußpilz kann Nagelpilz werden

Warum gerade die Füße?

Füße bieten ideale Lebensbedingungen für Pilze:

Optimale Wachstumsbedingungen:

  • Feuchtigkeit: Füße schwitzen, Schuhe halten Feuchtigkeit
  • Wärme: Körpertemperatur + geschlossene Schuhe
  • Nahrung: Viel Hornhaut an Fußsohlen
  • Dunkelheit: In Schuhen kein Licht
  • Mechanische Belastung: Kleine Risse erleichtern Eindringen

Ist Fußpilz gefährlich?

Für gesunde Menschen ist Fußpilz nicht gefährlich, aber lästig:

Bei gesunden Menschen:

  • • Keine ernste Bedrohung
  • • Gut behandelbar
  • • Heilt bei Therapie zuverlässig
  • • Komplikationen selten

Risiko bei:

  • • Diabetes mellitus
  • • Immunschwäche
  • • Durchblutungsstörungen
  • • Hier: Arzt aufsuchen!

Mögliche Komplikationen:

  • Nagelpilz: Pilz breitet sich auf Nägel aus
  • Bakterielle Infektion: Durch Risse dringen Bakterien ein
  • Chronifizierung: Bei Nichtbehandlung jahrelanger Verlauf
  • Wundrose (Erysipel): Selten, aber möglich bei zusätzlicher Bakterieninfektion

Kann Fußpilz von selbst heilen?

Nein. Fußpilz heilt nicht spontan. Ohne Behandlung bleibt die Infektion bestehen oder wird schlimmer. Die Pilze vermehren sich weiter, solange die Bedingungen stimmen.

Manche Patienten berichten von Besserung im Sommer. Das liegt an offenen Schuhen und mehr Luft. Aber: Der Pilz ist nicht weg, nur vorübergehend inaktiver.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Häufigste Pilzerkrankung beim Menschen
  • ✓ Verursacht durch Fadenpilze (Dermatophyten)
  • ✓ Sehr ansteckend - Übertragung in Schwimmbädern, Saunen, Fitnessstudios
  • ✓ Heilt nicht von selbst - Behandlung nötig
  • ✓ Gut behandelbar mit antimykotischen Cremes
  • ✓ Vorbeugung durch Hygiene und richtige Schuhe möglich
  • ✓ Bei Risikopatienten (Diabetes) unbedingt zum Arzt

Häufige Fragen

Ist Fußpilz dasselbe wie Nagelpilz?

Nein. Fußpilz (Tinea pedis) befällt die Haut. Nagelpilz (Onychomykose) befällt die Nägel. Oft entsteht Nagelpilz aus unbehandeltem Fußpilz.

Warum heißt es Athletenfuß?

Der englische Name "Athlete's Foot" stammt daher, dass Sportler häufig betroffen sind. Viel Schwitzen, Gemeinschaftsduschen und geschlossene Sportschuhe begünstigen die Infektion.

Ist jeder Juckreiz am Fuß Fußpilz?

Nein. Auch Ekzeme, Allergien oder trockene Haut können jucken. Bei Unsicherheit: Hautarzt aufsuchen. Der kann durch Hautgeschabsel Pilze nachweisen.

Medizinische Quellen

  • 1. Deutsche Dermatologische Gesellschaft: Leitlinie Tinea pedis, 2023
  • 2. Nenoff P, et al. Epidemiologie der Dermatomykosen. Hautarzt, 2024
  • 3. World Health Organization: Fungal Disease Factsheet, 2024

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt oder Dermatologen.