Fußpilz Arten: Die 3 häufigsten Formen

Medizinisch geprüft von:

Dr. med. Sarah Weber, Fachärztin für Dermatologie

Zuletzt aktualisiert: 5. April 2025

Fußpilz ist nicht gleich Fußpilz. Dermatologen unterscheiden drei Hauptformen, die unterschiedliche Bereiche befallen und verschiedene Beschwerden verursachen. Die richtige Einordnung hilft bei der gezielten Behandlung.

1. Interdigitale Form - Der Klassiker

Die häufigste Form. Etwa 80% aller Fußpilz-Patienten haben diese Variante.

Typische Merkmale:

  • • Befall zwischen den Zehen, meist zwischen 4. und 5. Zeh
  • • Weißliche, aufgeweichte Haut (Mazeration)
  • • Starker Juckreiz, besonders abends
  • • Risse, die schmerzen können
  • • Manchmal nässende Stellen

Warum gerade hier? Die Zehenzwischenräume sind schwer zu trocknen. Schweiß sammelt sich, Schuhe pressen die Zehen zusammen - perfekte Bedingungen für Pilze.

Behandlung:

  • Antimykotische Creme 2x täglich, mindestens 3 Wochen
  • Zehenzwischenräume nach dem Waschen sehr gründlich abtrocknen
  • Eventuell Zehenspreizer zum Lüften verwenden
  • Bei hartnäckigem Verlauf: Tabletten vom Arzt

2. Squamös-hyperkeratotische Form - Der Mokassin-Typ

Zweithäufigste Form. Befällt die Fußsohlen und Fußkanten. Wird oft mit trockener Haut verwechselt.

Typische Merkmale:

  • • Trockene, schuppende Fußsohlen
  • • Verdickte Hornhaut, vor allem an Fersen
  • • Rötung an den Fußkanten
  • • Juckreiz meist mild oder fehlend
  • • Langsame Entwicklung über Monate/Jahre

Tückisch: Diese Form entwickelt sich schleichend. Viele denken, sie hätten einfach nur trockene Füße. Die Pilzinfektion bleibt unbehandelt und wird chronisch.

Behandlung:

  • Antimykotische Creme, oft über mehrere Wochen nötig
  • Hornhaut vorsichtig entfernen (Bimsstein, nicht zu aggressiv)
  • Harnstoffhaltige Creme zur Aufweichung der Hornhaut
  • Bei ausgedehntem Befall: Systemische Therapie mit Tabletten
  • Geduld - diese Form braucht länger bis zur Heilung

3. Vesikulös-dysidrotische Form - Die Bläschen-Variante

Seltenste Form (ca. 10%). Auffällig durch Bläschenbildung.

Typische Merkmale:

  • • Kleine, juckende Bläschen an Fußsohle und -kanten
  • • Bläschen können zusammenfließen
  • • Nach Platzen: nässende, rote Stellen
  • • Sehr starker Juckreiz
  • • Oft akuter Beginn

Verwechslungsgefahr: Sieht ähnlich aus wie dyshidrotisches Ekzem. Hautarzt kann durch Pilznachweis unterscheiden.

Behandlung:

  • Antimykotische Creme, manchmal kombiniert mit entzündungshemmender Komponente
  • Bläschen nicht aufstechen - Infektionsgefahr!
  • Kühle Umschläge gegen Juckreiz
  • Bei starker Entzündung: Arzt aufsuchen
  • Eventuell kurzzeitig Kortisoncreme zusätzlich

Mischformen und Komplikationen

In der Praxis treten oft Mischformen auf. Ein Patient kann gleichzeitig interdigitalen Fußpilz und die Mokassin-Form haben.

Mögliche Komplikationen

  • • Übergreifen auf die Nägel (Nagelpilz)
  • • Bakterielle Zusatzinfektion
  • • Chronifizierung bei Nichtbehandlung
  • • Ausbreitung auf Hände (Tinea manuum)

Wann zum Arzt?

  • • Unsichere Diagnose
  • • Keine Besserung nach 2 Wochen
  • • Ausgedehnter Befall
  • • Diabetiker/Immunschwäche

Häufige Fragen zu Fußpilz-Arten

Welche Fußpilz-Art habe ich?

Schauen Sie, wo die Beschwerden sind: Zwischen den Zehen = interdigital. An der Fußsohle mit Hornhaut = Mokassin-Typ. Bläschen an Sohle/Kante = vesikulös. Bei Unsicherheit zum Hautarzt.

Welche Form ist am hartnäckigsten?

Der Mokassin-Typ ist oft am schwierigsten zu behandeln. Er entwickelt sich schleichend und wird häufig spät erkannt. Die Behandlung dauert länger als bei anderen Formen.

Kann sich die Art ändern?

Ja, eine Form kann in eine andere übergehen oder sich ausbreiten. Interdigitaler Fußpilz kann sich auf die Fußsohle ausweiten. Deshalb ist konsequente Behandlung wichtig.

Medizinische Quellen

  • 1. Deutsche Dermatologische Gesellschaft: Leitlinie Tinea pedis, 2023
  • 2. Nenoff P, et al. Mykosen der Füße. Hautarzt, 2024
  • 3. European Academy of Dermatology: Clinical Classification, 2024

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt oder Dermatologen.